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WWE ECW war zwischen Sommer 2006 und Frühjahr 2010 der Name eines Brandes der Federation World Wrestling Entertainment (WWE), die dieses wöchentlich als TV-Format ECW vermarktete. Produziert wurde WWE ECW durch die hauseigenen WWE Studios.

Der Brand basierte auf die 2001 eingegliederte Promotion Extreme Championship Wrestling (ECW). Für das WWE-Brand wurde eigens eine eigene Championship eingeführt, deren Titelgürtel stilistisch sich eng an den eingestellten ECW World Title orientierte.

In vier Staffeln entstanden 193 Folgen á 60 Minuten.

Bookings, Writers Bearbeiten

Gebucht wurden die Shows von WWE ECW unter anderem von Paul Heyman (geb. 1965) und David Lagana. Ersterer war ehemaliger Besitzer der ECW, letzterer ehemaliger Head Writer von WWE SmackDown!

Kevin Dunn, zu jener Zeit ausführender TV-Produzent der WWE, nahm anscheinend ebenfalls einen großen Einfluss auf die Produktion des TV-Formates.

Roster (Auswahl) Bearbeiten

Tommy Dreamer Oshkosh WI 030808

Tommy Dreamer

Das Roster von WWE ECW setzte sich 2006 überwiegend aus Pro-Wrestlern zusammen, die ihre Karriere in der ehemaligen ECW begründeten oder auf diese während ihres Bestehens einen großes Einfluss genommen hatten. Diese Urgesteine der ECW waren Rob Van Dam (geb. 1970), Sabu (geb. 1964), The Sandman (geb. 1963), aber auch Terry Funk (geb. 1944), der diese ehemalige Liga maßgeblich durch seine Hardcore-Matches prägte.

Zu diesen traten noch klassische WWE-Superstars wie Big Show (geb. 1972), Kurt Angle (geb. 1968) oder Test (1975–2009) hinzu.

Die Anzahl der ECW-Wrestler nahm bis Mitte 2007 ab. So wurden beispielsweise Sabu und Axl Rotten (1971–2016) von der WWE entlassen und durch WWE-Wrestler ersetzt.

Im Sommer 2008 wurden dann mit Stevie Richards (geb. 1971), Nunzio (geb. 1972) und Balls Mahoney (1972–2016) weitere ehemalige Mitarbeiter der ECW entlassen, sodass Thommy Dreamer (geb. 1971) der einzig aktive Wrestler von WWE ECW war, der auf eine ECW-Karriere vor dem Jahr 2001 zurückblicken konnte.

Kommentatoren Bearbeiten

Als WWE ECW auf Sendung ging, bildeten Joey Styles (geb. 1971) und Tazz (geb. 1967) das erste Kommentatorenteam. Beide besaßen innerhalb der Fans Kultstatus, da sie gemeinschaftlich Aushängeschilder der ECW waren.

Mitte 2008 wechselte Tazz infolge eines Drafts in ein anderes WWE Brand. Schon vorher, im April gleichen Jahres, hatte Styles WWE ECW verlassen und wurde Backstage eingesetzt. Seine Position wurde nun von Mike Adamle (geb. 1949) ausgeübt. Doch die Funktion des Kommentators übte Adamle lediglich bis November aus, um dann als General Manager (GM) nach WWE RAW zu wechseln.

Bis zur Einstellung des TV-Formates übernahmen nun Matt Striker (geb. 1974) und Josh Matthews (geb. 1980) die Rolle des Kommentatorenteams.

Chronik Bearbeiten

ECW One Night Stand Bearbeiten

Der ehemalige ECW-Wrestler Rob Van Dam (geb. 1970) konnte im Sommer 2005 den WWE-Chef Vince McMahon (geb. 1945) erfolgreich davon überzeugen, eine ECW-Reunion-Show namens ECW One Night Stand zu produzieren und diese landesweit über Pay-per-View ausstrahlen zu lassen. Alle Akteure dieser Show sollten ehemalige Angehörige der eingestellten ECW sein, die in dieser Show gegeneinander antreten sollte.

McMahon veranlasste nun, dass am 12. Juni 2005 in New York diese Reunion-Show stattfinden konnte. Als eigentlicher Main Event gilt heute unter den Fans, dass die ECW-Wrestler dort die Kader der anwesenden TV-Formate WWE RAW und WWE SmackDown! besiegen durften.

Überrascht vom Erfolg dieser Reunion-Show beschloss man vonseiten der WWE, am 11. Juni 2006 einen zweiten ECW One Night Stand stattfinden zu lassen. Bei diesem Pay-per-View traten nun auch Wrestler der bestehenden Brands (RAW, SmackDown!) an.

(Im Sommer 2007 sollte der ECW One Night Stand jedoch in ECW One Night Stand – Extreme Rules umbenannt werden, um dann 2009 zugunsten von WWE Extreme Rules eingestellt zu werden.)

Einführung von WWE ECW als dritter WWE Brand Bearbeiten

Nach Beendigung dieser Veranstaltung kündigte die WWE nur zwei Tage später an, dass man einen dritten Brand namens „ECW“ mit eigenem Roster und TV-Format einführen wolle.

Alle Sendungen von WWE ECW wurden wöchentlich auf dem SciFi-Channel ausgestrahlt und wurden jeweils als Vorprogramm von SmackDown! aufgezeichnet.

Auch international war WWE ECW erfolgreich und ersetzte in vielen Ländern das weniger erfolgreiche WWE-Format Velocity. In Deutschland war WWE ECW auf Premiere Sport zu sehen, wobei anfänglich dort nur zwölf bis vierzehn Folgen eingeplant wurden, um das neue WWE-Produkt bei den deutschsprachigen Wrestlingfans auszutesten.

In den USA erreichte die Ausstrahlung der ersten Folge von ECW on Sci-Fi eine Einschaltquote von 2,8, was etwas über drei Millionen Zuschauern entsprach und was vonseiten der WWE als großer Erfolg gewertet wurde. Man erwog vonseiten der WWE, nun auch traditionelle TV-Formate und Großveranstaltungen der originalen ECW wiederzubeleben. Ein erster Versuch sollte das Format December to Dismemer darstellen, welches sich auf die gleichnamige ECW-Veranstaltung begründete. Doch mangels Einschaltquoten, hervorgerufen auf widersprüchliche Storylines, die zu dieses Event hinführen sollte und ständig wechselnde Namen der Teilnehmer, floppte dieser WWE-Versuch und weiterführende Pläne wurden eingestellt.

Seit Sommer 2006 musste WWE ECW verschiedene Änderungen im Roster und in den Storylines hinnehmen, die konträr zu einer positiven und konstanten Entwicklung standen. Darunter zählte auch der Drogenskandal um Rob Van Dam und Sabu, was für Ersteren den Verlust seines Championtitels, für den zweiten den Verlust seines Arbeitsplatzes bedeutete. Dann kam noch die Beurlaubung Heymans hinzu, der als kreativer Kopf des Brands galt.

Einen besonderen traurigen Höhepunkt für WWE ECW stellte das vorläufige Karrierenende von Big Show dar; zu diesem trat noch die Familientragödie des eben zu WWE ECW gedrafteten Chris Benoit (1967–2007), der seine Frau und seinen Sohn ermordete und sich selbst wenige Tage später das Leben nahm. Hinzu traten zahlreiche Entlassungen von Wrestlern des Brands aufgrund Unstimmigkeiten mit der WWE-Führung, insbesondere mit Vince McMahon.

Mitte 2007 gelang es den Verantwortlichen von WWE ECW erst, mit der Verpflichtung von CM Punk (geb. 1978), The Boogeyman (geb. 1964), Big Daddy V (1971–2014) und John Morrison (geb. 1979) ihrem Roster eine gewisse Konstanz zu verleihen.

Sii, Christian campeón de ECW

Christian als ECW Champion

Um WWE ECW im Vergleich mit den anderen Brands zu stärken, beschloss die WWE-Führung und das unter seiner Leitung stehende Creative Team, das vor den Kameras nun ein GM als offizielles Sprachrohr zu agieren habe, der storylinemäßig auch für die Handlungsabläufe der Shows verantwortlich sei. Diese Rolle wurde zunächst an Armando Estrada (geb. 1978) vergeben, der sich zuvor als Umagas Manager bei den Fans von WWE RAW einen Namen gemacht hatte.

Doch bereits am 3. Juni 2008 wurde die Rolle des GM an Theodore Long (geb. 1947) vergeben, der wiederum im April 2009 von Tiffany (geb. 1985) abgelöst wurde, die selbst als Longs Assistentin fungiert hatte. Der Wechsel wurde nötig, da Long nun GM von WWE SmackDown! werden sollte.

Am 2. Februar 2010 gab Vince McMahon in seiner Funktion als WWE CEO bekannt, dass zum 23. Februar hin das Brand WWE ECW eingestellt werde. So lief am 16. Februar 2010 die letzte Folge von ECW on Sci-Fi und bereits einen Tag später wurde vom Sender mit WWE NXT, dem neu entwickelten WWE Brand, das aus dem alten Entwicklungsterritorium Florida Championship Wrestling (FCW) hervorging, abgelöst. Bereits am 23. Februar 2010 startete auf dem SciFi-Channel die erste Folge des gleichnamigen TV-Formates.[1]

Fußnoten Bearbeiten

  1. Henne, Alexthunder1987: WWE: Details zu NXT-Konzept inkl. Teilnehmerliste - Update: Das Roster steht fest, Cagematch.de, abgerufen am 13. Januar 2020.
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